
ADHS BEI ERWACHSENEN
Hinter der Abkürzung ADHS verbirgt sich der Begriff „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung“.
ADHS ist keine Erscheinung unserer modernen Zeit, sondern eine Verhaltensstörung, die seit den 1950er-Jahren systematisch untersucht wird. Lange galt sie ausschließlich als Erkrankung des Kindes- und Jugendalters, obwohl bereits in den 1970er-Jahren die Hypothese aufgestellt wurde, dass ADHS – damals als „minimale cerebrale Dysfunktion“ (MCD oder MBD) bezeichnet – auch im Erwachsenenalter fortbestehen kann. Inzwischen ist gut belegt, dass die Störung bis ins Erwachsenenalter beibehalten wird.
Wir führen ADHS Diagnostik aktuell noch nur bei unseren Patient*innen durch im Rahmen ihrer Psychotherapie.
Wir verfügen nicht über die Mittel und Möglichkeiten einer ADHS Ambulanz oder eines Abklärungsinstituts und wir können auch keine Medikamente verordnen.
Aufgrund der Vielzahl der Anfragen erstellen wir gerade außerhalb unserer Kassentätigkeit ein Konzept für eine ausschließliche Diagnostik für Selbst-zahler ohne lange Wartezeit (ADHS Diagnostik-Sofort), welches wir in einigen Wochen hier auf dieser Seite veröffentlichen werden.
Nachfolgend haben wir einige wichtige Informationen über ADHS für Sie zusammengestellt:
Ursachen von ADHS
Heute geht man davon aus, dass ADHS eine neurobiologische Erkrankung ist – eine Funktionsstörung in jenen Teilen des Gehirns, die für:
- Aufmerksamkeit,
- Konzentration,
- Planung von Handlungsabläufen,
- Problemlösung und
- Impulskontrolle zuständig sind.
Diese neurobiologische Funktionsstörung wird durch eine Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren verursacht. Dabei ist die genetische Komponente recht ausgeprägt: Die meisten Kinder mit ADHS haben einen oder 2 Verwandte ersten Grades, der oder die ebenfalls an ADHS leidet.
Zusätzlich gibt es eine Vielzahl von Umweltfaktoren, die den Verlauf und die Ausprägung der Störung beeinflussen können, beispielsweise:
- frühe Kindheitsentwicklung,
- Vernachlässigung oder Förderung durch Bezugspersonen,
- traumatische Lebensereignisse,
- emotionale Unterstützung oder Ablehnung durch Eltern und andere Bezugspersonen.
ADHS ist somit das Ergebnis eines komplexen Wechselspiels zwischen körpereigenen und Umweltfaktoren.
Therapieansätze bei ADHS
Die Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter umfasst verschiedene Bausteine, die je nach individueller Symptomatik unterschiedlich wichtig sein können:
- Aufklärung und Beratung (Psychoedukation)
- Eine ausführliche Aufklärung über das Krankheitsbild hilft Betroffenen, ADHS besser zu verstehen und ein tieferes Bewusstsein für die Erkrankung zu entwickeln.
- Medikamentöse Behandlung
- Bei stark ausgeprägten Symptomen und Beeinträchtigungen in mehreren Lebensbereichen sollte eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen werden.
- Medikamente können dabei helfen, reizunabhängiger zu werden und zu erleben, wie es ist, sich besser konzentrieren und entspannen zu können.
- Mit „Doping“ hat dies nichts zu tun! Die medikamentöse Behandlung erfolgt stets in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Ärzten oder Fachärzten.
- Psychotherapie
- Eine Psychotherapie unterstützt dabei, das Krankheitsbild zu verstehen und individuelle Kompensationsmechanismen zu entwickeln.
- Ziel ist es, mithilfe der eigenen Ressourcen eine erfolgreiche Selbststeuerung und Konfliktbewältigung zu erreichen.
- Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder ein vermindertes Selbstwertgefühl können ebenfalls behandelt und überwunden werden.